GRUNDSTUFE

Als Eingangsstufe der Schule besteht das Besondere der Grundstufe darin, dass für die Schülerinnen und Schüler alles neu ist: Das
Schulhaus, die Lehrerinnen und Lehrer, die Mitschülerinnen und Mitschüler, der Tagesablauf und vieles andere.

Ein Teil der Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse besuchte zuvor den Schulkindergarten, der im gleichen Gebäude untergebracht
ist. Sie kennen Teile des Hauses, viele Lehrerinnen und Lehrer, andere Mitarbeiter, sowie Schülerinnen und Schüler. Andere kommen
aus anderen Einrichtungen. In jedem Falle gibt es eine Kooperation zwischen Schule und Kindergarten (oder anderer abgebender
Einrichtung). Die Form dieser Kooperation wird dem individuellen Bedarf angepasst.
Die ersten Wochen sind geprägt von gegenseitigem Kennenlernen und Sich-Orientieren im Schulalltag – zeitlich, räumlich und
personell.
Um unseren Schülerinnen und Schülern die Eingewöhnung zu erleichtern, werden feste Rituale und Strukturen eingeführt.
Gemeinsame Feste der Schulgemeinschaft aber auch klassen- oder stufeninterne Treffen mit und ohne Eltern sollen das Einleben
erleichtern.
Schülerinnen und Schüler dieser Altersstufe brauchen meist noch viel körperliche Nähe und sozial-emotionale Zuwendung. Sie sind
auf die ständige Präsenz und absolute Verlässlichkeit der Lehrerinnen und Lehrer angewiesen.

Die Lehrkräfte nehmen in verstärktem Maße auch erzieherische und pflegerische (Toilettengang, Essen…) Aufgaben wahr,
dabei muss das Team eng und intensiv zusammenarbeiten.
Das Abstimmen erzieherischer Ziele und Maßnahmen mit dem Elternhaus ist in dieser Stufe von enormer Bedeutung.
In der Grundstufe entsteht der 1. Förderplan für das Kind.

Zu Beginn der Schulzeit wollen wir die Lust am Lernen wecken und entdecken. Jetzt lernen die Schülerinnen und Schüler
unterschiedliche Unterrichtsmethoden kennen. Die Inhalte und Themen sind noch aus dem unmittelbaren Lebensumfeld
der Kinder und werden meist in Form bewegten Unterrichts angeboten. Das Thema Selbstversorgung und das Erreichen
von individueller Selbständigkeit stehen im Vordergrund.
In den ersten Schuljahren wird immer wieder überprüft, ob unsere Schule der richtige Lernort für das einzelne Kind ist. Im
Falle einer möglichen Umschulung wird die Kooperation mit einer anderen Schulart eingeleitet.

HAUPTSTUFE

Die Hauptstufe folgt organisatorisch auf die Grundstufe. Die SchülerInnen durchlaufen die Hauptstufe in der Regel in 5 Jahren bevor sie in die
Berufsschulstufe wechseln – die Hauptstufe ist somit der für die SchülerInnen zeitlich größte Abschnitt in ihrer Schullaufbahn.

Im Unterricht übernehmen die SchülerInnen selbständig anspruchsvollere Aufgaben, eigenverantwortliches Lernen und
Mitbestimmung im Unterricht stehen immer mehr im Vordergrund. Die Unterrichtsinhalte werden abstrakter, die Unterrichtsthemen
orientieren sich an der Lebensphase der SchülerInnen. Mit dem Beginn der Pubertät verändern sich Interessen und Sichtweisen der
SchülerInnen. Sowohl in der Schule als auch für die Freizeitgestaltung wird dem z.B. durch geschlechtsspezifischen Sportunterricht
Rechnung getragen. Außerschulische Lernorte werden vermehrt in den Unterrichtsalltag eingebunden.

Für die Lehrkraft bedeutet dies die Konfrontation mit dem Themen Pubertät und Sexualität. Umgangsformen gewinnen eine
größere Bedeutung im Schulalltag und verlangen einen bewußteren Umgang seitens der LehrerInnen. Um die
Selbstverantwortung und Selbständigkeit zu fördern ist es notwendig, den SchülerInnnen im Schulalltag Räume zu geben, dieses
auszuprobieren. Die Lehrkraft übernimmt häufiger die Rolle des Begleiters / der Begleiterin.

Das Klassenklima verändert sich entsprechend der Lebensphase der SchülerInnen: es ist gekennzeichnet durch ein Spannungsfeld zwischen
Selbst- und Fremdbestimmung. Die SchülerInnen bekommen vermehrt die Möglichkeit, den Schulalltag mit zu bestimmen und mit zu
gestalten. Dabei übernehmen sie Verantwortung für sich und andere – die Förderung sozialer Kompetenzen bekommt in der Hauptstufe
eine hohe Gewichtung.

BERUFSSCHULSTUFE

Die Berufschulstufe umfasst die letzten drei Schuljahre, die Schüler leisten hier ihre Berufschulpflicht ab. Sie ist somit eine Schnittstelle
zwischen Schule und dem Leben als Erwachsener. Dies erfordert einen Perspektivwechsel, der sich im Unterricht wiederfindet: „Was
kommt NACH der Schule?“ Diese Frage muss individuell für und mit jedem einzelnen Schüler und seinen Eltern beantwortet werden.
Im Unterricht werden erworbene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen gesichert und vertieft. Die Anwendung und
Abrufbarkeit des Gelernten in lebenspraktischen Bezügen ist wesentlicher Aspekt des Unterrichts. Deshalb nimmt
projektorientierter Unterricht einen großen Teil des Stundenplans in Anspruch. Der Ausbau von berufs- und lebenspraktischen
Kompetenzen steht im Vordergrund der Förderung. Dazu gehört auch die Vermittlung von sozialen Kompetenzen, die eine
entscheidende Voraussetzung für die berufliche Eingliederung darstellen z.B. Kommunikationsfähigkeit und Kritikfähigkeit. Die
Schüler bekommen durch Praktika die Gelegenheit ihre Kompetenzen außerhalb der Schule zu erproben.
Ziel des Unterrichts ist es, den einzelnen Schüler zu einer realistischen Lebensplanung zu verhelfen, die größtmögliche
individuelle Selbständigkeit zu erreichen und die Orientierung in der Lebens.- und Arbeitswelt zu erleichtern.

Innerhalb der Schulgemeinschaft übernehmen die Schüler Verantwortung und erledigen Aufgaben für die Gemeinschaft. Das
Klassenklima wird zunehmend beeinflusst von dem Bewusstsein, dass die Lebenswege der einzelnen Schüler sehr unterschiedlich
aussehen werden. Es beginnt ein Ablöseprozess, sowohl von der Gruppe, als auch von den Lehrkräften in ihrer Rolle als
Bezugspersonen. Diese Entwicklung kann für einzelne Schüler verbunden sein mit dem Gefühl von Unsicherheit und von emotionaler
Anspannung.

Die Lehrer nehmen im Verhältnis zu den Schülern eine moderierende und begleitende Rolle ein. Sie bestärken die Schüler,
eigene Vorstellungen und Einsichten zu entwickeln und versuchen Konflikte unter den Schülern von diesen selbst regeln
zu lassen. Der Lehrer fungiert als Mittler zwischen Schülern, Eltern und den Personen bzw. Institutionen der
nachschulischen Bildung. Er organisiert Berufswegekonferenzen, stellt Kontakte her und begleitet die Schüler in den
Praktika.

Die Kooperation mit den Eltern ist sehr intensiv, da sie den künftigen Lebensweg ihrer Kinder mit diesen
gemeinsam gestalten müssen und auch zu großen Teilen verantworten müssen. Eine individuelle Beratung und
Hilfestellung von Seiten der Schule ist auf verschiedenen Ebenen vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird
deutlich, dass auch die Zusammenarbeit mit Menschen und Institutionen des nachschulischen Bereichs von zentraler
Bedeutung sind. GWW, IFD, Arbeitsamt und Praktikumsbetriebe hierbei die wichtigsten Kooperationspartner.

Interaktive PDF: Übergänge nach dem SBBZ